Geschichte des Internets - Weg zur Digitalisierung (Die 2010er)

Premieren gibt es genug im „21. Jahrhundert“, so auch im darauf folgendem Jahrzehnt. Das Wort Digitalisierung wird immer bedeutender. Zum allerersten Mal, wird ein Computer im Weltraum mit dem Internet verbunden. Dies wurde von der NASA am 22.01.2010 verkündet (Zur Pressemitteilung), nachdem es zwei Jahre zuvor für die Bedingungen an den Weltraum angepasst wurde. Unrühmlich ist dagegen ein neuer Rekord in Sachen SPAM, der in diesem Jahr aufgestellt wurde. Die SPAM Quote liegt bei unglaublichen 95 %. Um die Sicherheit zu erhöhen und die Authentizität, sowie Integrität der Domains prüfen zu können, arbeitete man schon länger an einer Sicherheitserweiterung für das Domain Name System (kurz DNS). Während es lange zuvor noch zu aufwendig und in der Praxis nicht umsetzbar war, wurde DNSSEC am 05.05.2010 eingeführt und der Rootzonenschlüssel am 15. Juli veröffentlicht. Ein Jahr später dann die Schreckensmeldung: „Dem Internet gehen die Adressen aus!“. Tatsächlich hatte man beim erstellen dieses Internetprotokolls nicht damit gerechnet, dass die knapp 4,3 Mrd. (232) möglichen IPv4 Adressen derart schnell vergeben sind.

Der bereits lange entwickelte, aber noch nicht offiziell verfügbare Nachfolger ist IPv6. Der „World IPv6 Launch Day“ war der 08.06.2011. Die damit möglichen IP Adressen sind über 340 Sextillionen (2128)! Das ist eine 340 + 36 Nullen :

340.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000

Damit sollte man trotz des „internet of things“ einige Jahre auskommen. 😉

Der weltweit erste Sprachassistent

Auch die „APPs“ wurden nach dem Launch des iPads im Jahr 2010 immer beliebter. 2011 wurden dank Smartphone und Tablet fast 1 Milliarde Apps in Deutschland „gedownloaded“. Noch im selben Jahr – 2011 – wird der weltweit erste Sprachassistent „Siri“ vorgestellt. Apple ist damit Vorreiter einer völlig neuen Art des Informationsaustauschs, welche so vorher nur bekannt aus Filmen war, wie z.B. der 1968 erschienene Film 2001: Odyssee im Weltraum mit HAL-9000. Google zieht ein Jahr später mit „Google Now“ (2012) eine Art Erweiterung der Suchmaschine nach, die eine Spracherkennungssoftware beinhaltete und Apples „Siri“ Konkurrenz machen sollte. Ein nicht ganz so großer Erfolg, der durch einen Relaunch unter dem Namen „Google Assistant“ fortan eine „echte“ Sprachassistenz darstellte.

Ziemlich genau drei Jahre nach Einführung von Windows 7 (2009), bringt Microsoft Windows 8 heraus, welches die Bedienung sowohl per Maus und Tastatur, als auch per Touchscreen ermöglicht. 2013 gibt es eine Neuheit, die als Beginn der dritten industriellen Revolution bezeichnet wurde. Der 3D-Druck für „jedermann“. Digital, Individuell, vielseitig einsetzbar. Das sind die Eigenschaften, die den 3D-Druck zum Treiber der „Industrie 4.0“ macht und somit auch dem Endkunden die Möglichkeit gibt, individuell gefertigte Produkte zu erhalten, welche auch vom Produzenten wirtschaftlich gefertigt werden könnten. Weg von der ersten Phase der industriellen Revolution der Massenfertigung, hin zur „Mass Customization“. Der 3D-Druck verändert mehr, als man zunächst glauben mag.

Nachdem nun knapp 8 Jahre (2006 – 2014) ohne neue HTML Version vergangen sind, erscheint am 28.10.2014 auf Basis von HTML 4.01 und XHTML 1.0 die HTML5 Version. Der Google Assistant wie wir Ihn heute kennen, löste Google Now im September 2016 ab und erfreut sich gemeinsam mit Siri, Amazons Alexa (verfügbar seit dem Release des Amazon „Echo“ Oktober 2016 in DE) und Microsofts Cortana (2014 erschienen) immer größerer Beliebtheit, aber auch immer größerer Kritik. Google und Amazon speichern die Sprachbefehle (auch die fehlerhaften!) dauerhaft auf Ihren Servern ab. Diese können zwar durch den Nutzer im Profil gelöscht werden, dies ist aber je nach Nutzungsintensität mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Vor allem weil z.B. auch fehlerhafte Sprachbefehle gespeichert bleiben.

In dieser Blog Serie gehen wir später noch näher auf die Hintergründe der Sprachassistenten ein, wenn wir uns dem Thema künstliche Intelligenz widmen.

Digitalisierung schreitet immer schneller voran. Die Politik ist gefragt…

2013 wird ein Satz unserer Bundeskanzlerin den Sie in einer Rede mit dem damaligen Präsidenten Barack Obama sagte, tatsächlich weltberühmt: „Das Internet ist für uns alle Neuland“. Dieser Satz wurde zum „Satz des Jahres“ und verbreitete sich unter dem Hashtag #Neuland und entsprechenden Memes blitzartig im Internet.

2014 ist im Hinblick auf die Sicherheit im Netz ein wichtiges Jahr. Google „warnt“ nun vor Seiten ohne HTTPS, also ohne entsprechendem SSL Zertifikat und forciert somit die HTTPS Relevanz und dementsprechend die Nachfrage nach SSL Zertifikaten enorm.

Deutschland hinkt im Hinblick der Digitalisierung im internationalen Vergleich stark hinterher und muss einiges Aufholen. Jetzt im vergangenen Jahr 2018 widmete sich die Politik, den Themen der Digitalisierung. Neben der DSGVO, die am 25. Mai 2018 in Kraft getreten ist, beschäftigte man sich damit, wie z.B. mit Künstlicher Intelligenz umzugehen ist, wo es angewendet werden kann und wie man auch ethisch damit umgeht (Zu den Programminformationen des Digital-Gipfels 2018). Aber auch wie die Digitalisierung in den Schulen (Digitalpakt Infos vom Bundesministerium für Bildung&Forschung) vorangetrieben werden kann.

Geplanter Digitalpakt des Bundes wurde – zunächst – abgelehnt…

Erst vor kurzem (04.04.19 zur Pressemitteilung) wurde in diesem Digitalpakt beschlossen, das Grundgesetz zu ändern, weil der Bund bislang nicht für Bildung zuständig ist, bzw. sein sollte. Punkte, denen man sich unserer Meinung nach schon viel eher hätte widmen können, sogar widmen müssen. Offiziell gestartet ist der DigitalPakt am 17.05.19.
Doch zuvor gab es einige Hürden zu bewältigen. Die im Bundestag beschlossene Digitalisierung von Schulen, hätte aufgrund der Länder Bayern, Hessen, Sachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen scheitern können.

Am 14. Dezember 2018 ist zunächst genau das eingetreten, was befürchtet wurde: Die o.g. Bundesländer sorgten mit Ihrer Stimme dafür, dass der Antrag gescheitert ist, bzw. zunächst auf Eis gelegt wurde. Inhalt dessen war, dass der Bund das Grundgesetz ändern muss, um die Digitalisierung der Schulen fördern zu können, da das bislang Ländersache und nicht Sache des Bundes war und ist. Der Bund wollte den Ländern pro Jahr 1 Milliarde Euro, für die kommenden fünf Jahre zur Verfügung stellen und dafür auch bei Qualität und Personal der Schulen Mitspracherecht haben. Diese Forderung war wohl mit entscheidend für eine Ablehnung des Förderungprogramms durch die Länder. Am 15.03. diesen Jahres jedoch haben sich Bund und Länder über den DigitalPakt Schule einigen können (zur Pressemitteilung). So wurde Mitte März das Grundgesetz Artikel 104c geändert, sodass der Bund den Ländern Finanzhilfen zur Bildungsinfrastruktur gewähren kann. Im DigitalPakt wurde nun beschlossen, dass 5,5 Milliarden Euro für die digitale Infrastruktur der Schulen zur Verfügung gestellt wird, wobei fünf Milliarden vom Bund und 500 Millionen von den Ländern kommen.

5,5 Mrd. viel Geld – wofür wird es verwendet?

Wer sich einen Eindruck verschafft, Kinder hat oder die Schulzeit noch gut in Erinnerung hat, der weiß, dass es wohl viele Baustellen in unseren Schulen gibt und es genug Verwendungsmöglichkeiten gibt. Das Geld ist für die digitale Infrastruktur der Schulen gedacht, sodass z.B. auch zeitgemäßer Unterricht auf interaktiven Whiteboards, mit schnellem WLAN stattfinden kann. Ebenso soll es der grundsätzlichen Weiterentwicklung des Unterrichts dienen und auch Fortbildungen der Lehrkräfte im Hinblick auf IT ermöglichen. Wir sind der Meinung, dass dieser Schritt längst überfällig war und begrüßen es sehr, dass der Nachholbedarf bzgl. der digitalen Ausstattung an Schulen endlich erkannt und nun auch angegangen wird. Angelegt ist die Förderung auf fünf Jahre wobei erste Gelder wohl noch in diesem Jahr fließen sollen.

Im nächsten Teil unserer Blogstory über das Internet (erscheint am 21.11.19), widmen wir uns der (möglichen) Zukunft des Internets, spannender Trends und die damit einhergehende gesellschaftliche Verantwortung.

Zum ersten Teil unserer Blogstory zur Geschichte des Internets

Zu Teil 2 unserer Story – Verlauf der Internetgeschichte in den 80er und 90er Jahren

Zum dritten Teil unseres Blogbeitrags zur Geschichte des Internets, über der Startschuss für die DSL-Flatrate, Wikipedia und eBay


keine Kommentare  |  Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.