Google Alternativen

Alternativen zu Google – Tipps für Suchmaschinen mit besserem Datenschutz

Treffsicher aber datenhungrig. Zwar sind die Suchergebnisse bei Google qualitativ hochwertig, dafür sammelt der Platzhirsch unter den Suchmaschinen (weltweiter Anteil liegt bei über 90 Prozent) fleißig Daten. Wer sich nicht damit abfinden und trotzdem gute Suchergebnisse erhalten möchte, sollte sich einmal die kleineren Suchmaschinen neben den größeren Konkurrenten Bing und Yahoo anschauen. Wir haben uns vier mögliche Alternativen zu Google angeschaut – zwei indexbasierte Suchmaschinen und zwei Metasuchmaschinen:
Wie realisieren sie den Datenschutz und wie sieht es in puncto Suchergebnis-Qualität aus?

1. Indexbasierte Alternativen zu Google

Bei indexbasierten Suchmaschinen liest der Crawler eine Vielzahl von Websites aus, analysiert sie und ordnet sie anhand der Ergebnisse in einen Suchindex ein. Auf diesen wird dann bei der Nutzersuche zugegriffen. Es wird also nicht das gesamte WWW durchsucht (was viel zu lange dauern würde), sondern lediglich der Index.

DuckDuckGo

Der ebenfalls aus den USA stammende Anbieter DuckDuckGo wirkt auf der Startseite schlicht und aufgeräumt wie Google. Überhaupt ist das gesamte Design dem des Suchmaschinenmarkt-Beherrschers sehr ähnlich. In den letzten Jahren sind die Nutzerzahlen von DuckDuckGo rasant gestiegen, was in erster Linie dem Wunsch nach einem besseren Datenschutz zu verdanken ist.

Diesen setzt die Suchmaschine mit der Ente folgendermaßen um:

– Suchverlauf wird nicht gespeichert
– Werbe-Tracker wird blockiert
– Nutzerdaten werden nicht verkauft

Die Finanzierung von DuckDuckGo läuft über Anzeigen (wie bei Google passend zum Suchbegriff) und Spenden.

Qualität der Suche bei DuckDuckGo

Im Gegensatz zu Google, wo man für weitere Suchergebnisse eine Seite weiterklicken muss, erscheinen alle Ergebnisse auf einer Seite, indem Ihr – wie bei der Suche mit Mobilgeräten – auf „weitere Ergebnisse“ klickt. Neben der übergreifenden Websuche ist auch die Spezifizierung auf Nachrichten, Videos und Bilder möglich.

Die Suchergebnisse selbst sind etwas schlechter als bei Google – es fehlt eben der Zugriff auf die Nutzerdaten, was bei der Google-Suche vieles erleichtert, z.B. die regionale Zuordnung. Schlechtere Ergebnisse zeigen sich vor allem bei aktuellen Informationen.

Qwant

Die Suchmaschine Qwant stammt aus Frankreich und existiert seit 2013. Seit 2014 ist auch eine deutsche Version erhältlich. Im Gegensatz zu vielen anderen Google-Alternativen verwendet Qwant einen eigenen Suchindex. Die Rechenzentren stehen laut der Betreiber ausschließlich in Europa, z.B. neben Frankreich, in Luxemburg und in der Schweiz.

Qwant erhebt keinerlei Nutzerdaten. Auf Tracking wird komplett verzichtet, d.h., es gibt keine Cookies, die Suchanfrage wird von der IP-Adresse abgekoppelt, Suchverläufe werden nicht gespeichert. Problematisch ist allerdings das Merkmal, Drittanbieter-Inhalte direkt in die Suchergebnisse einzubinden. Wenn Ihr beispielsweise in den Ergebnissen ein Youtube-Video findet, wird es direkt bei Qwant abgespielt. Diese Daten gehen dann an Google.

Qualität der Suche bei Qwant

Die Qwant-Startseite bietet umfangreichere Optionen als die anderen Google-Alternativen: Ihr könnt nach Websites, Bilder, Videos, News, Social Media Beiträgen und Musik suchen. Bis Anfang 2018 besaß die Suchmaschine eine Spaltenaufteilung für die Ergebnisse aus Web, Social und News. Mit dem neuen Design wirkt es jedoch wesentlich übersichtlicher: Jetzt gibt es nur noch zwei Spalten bestehend aus den sogenannten „Instant Answers“ (vergleichbar mit dem Google-Knowledge-Graph) und den Ergebnissen.

Wie bei DuckDuckGo macht sich auch bei Qwant die fehlende Personalisierung der Suche bemerkbar. Bestimmte Informationen lassen sich mit Google deutlich schneller finden. Man sollte jedoch auch bedenken, dass die Beurteilung relevanter Ergebnisse oft subjektiv ist. Ihr solltet Qwant also am besten selbst testen.

2. Alternativen zu Google: Die Metasuchmaschinen

Metasuchmaschinen nutzen die Daten anderer indexbasierter Suchmaschinen. Die Ergebnisse werden nach einem bestimmten Algorithmus nach Relevanz sortiert und als neue Ergebnisliste ausgegeben. Zwar liegen hier ein größerer Datenbestand zugrunde und damit auch potenziell bessere Ergebnisse, allerdings dauert die Suche dadurch auch länger.

Metager

Die deutsche Suchmaschine Metager wird vom gemeinnützigen Suma e.V. und der Leibnitz Universität in Hannover betrieben. Die Rückverfolgung zum Nutzer verhindert Metager u.a. durch:
– keine IP-Adressen-Speicherung
– keine Cookies oder Tracking-Pixel
– Server ausschließlich in Deutschland

Transparenz erzeugt Metager durch die Offenlegung des Quellcodes.

Qualität der Suche bei Metager

Ihr könnt die Quelle für die Suche einstellen und damit das Suchergebnis beeinflussen. Bei jedem Suchergebnis steht außerdem, von welcher Quelle es stammt. Neben Web lassen sich die Suchergebnisse auch nach News/Politik, Wissenschaft, Produkte (Einkaufen) und Maps filtern.

Es gibt wie bei Google auch Werbeanzeigen (SEA) an den ersten Ergebnispositionen, diese sind zwar als Werbung gekennzeichnet, allerdings optisch kaum von den organischen Ergebnissen (Mehr zum Thema SEO) zu unterscheiden. Ein paar Stichproben zeigen, dass die Mehrzahl der Ergebnisse von Yahoo und Yandex stammen, was zu teilweise recht großen Abweichungen im Vergleich zu Google führt.

Searx

Auch Searx ist eine quelloffene Suchmaschine, deren Suchergebnisse aus dem Datenbestand anderer Suchmaschinen entstehen, genauer gesagt aus insgesamt 80 indexbasierten Suchmaschinen. Der Haupt-Unterschied zu Metager besteht darin, dass Searx ohne Datenbank läuft. Es können somit keine Infos über die Anfragen gespeichert werden.

Qualität der Suche bei Searx

Die Ergebnisse könnt Ihr nach Websites, Bildern, Dateien, Musik, wissenschaftlichen Artikeln und Beiträgen in sozialen Medien filtern. Wie bei Metager sind individuelle Einstellungen zu den Suchquellen möglich.

Außerdem gibt es deutlich mehr Schnittstellen zu wissenschaftlichen Quellen, wodurch die Metasuchmaschine eine gute Anlaufstelle für Anfragen zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen ist.


keine Kommentare  |  Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.