Zwei-Faktor-Authentifizierung bald Pflicht?

Nach dem Hackerangriff Anfang des Jahres, bei dem zahlreiche Daten von Politikern und Prominenten entwendet wurden, ist eine rege Diskussion um die zukünftige Datensicherheit entfacht. So fordern viele Politiker, die Online-Portale müssten rigoroser bei ihren Sicherheitsanforderungen an Passwörtern sein. Außerdem soll die Zwei-Faktor-Authentifizierung verpflichtender Standard werden. Doch auch die Nutzer müssen Verantwortung zeigen.

Bundesministerin fordert besseren Schutz durch Zwei-Faktor-Authentifizierung

In die Diskussion um die Konsequenzen des Datendiebstahls hat sich auch die Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Katarina Barley zu Wort gemeldet. Sie fordert, dass Online-Portale künftig die Zwei-Faktor-Authentifizierung (kurz: 2FA) zur Pflicht machen sollen. Außerdem soll laut Frau Barley geprüft werden, ob und inwieweit weitere gesetzliche Maßnahmen für die Internetplattformbetreiber und Softwarehersteller sinnvoll sind.

Was bedeutet die Zwei-Faktor-Authentifizierung?

Ist der Zugang zu einem Account mit einer 2FA geschützt, dann wird Eure Identität immer über 2 voneinander unabhängige Komponenten abgefragt. Ihr gebt bspw. Euer Passwort und den Benutzernamen wie gewohnt ein. Nach der Bestätigung müsst Ihr aber noch eine PIN eingeben, um Euch anmelden zu können. Diese bekommt Ihr per SMS. Auch biometrische Faktoren können als zweite Authentifizierung genutzt werden, z.B. ein Fingerabdruck. Hacker können also nicht auf Euren Account zugreifen, selbst wenn sie im Besitz des Passworts sind.

Wer bietet derzeit die 2FA?

Zahlreiche Anbieter haben bereits die Zwei-Faktor-Authentifizierung integriert, darunter Facebook, Instagram, Amazon oder Dropbox. Eine gute und ständig aktuell gehaltene Übersicht über die Anbieter mit 2FA findet Ihr auf https://twofactorauth.org/.

Auch die Nutzer müssen Verantwortung übernehmen

Der Auflistung bei twofactorauth.org kann man zwar entnehmen, dass viele Online-Portale den sichereren Zugang ermöglichen, verpflichtend ist er jedoch nur selten, meist nur bei Banken. Das wiederum führt zu dem Problem, dass viele Nutzer die 2-fache Authentifizierung gar nicht aktivieren und das Konto dementsprechend auch unzureichend gesichert ist. So nutzen nach Angabe der Bundestagsabgeordneten Anke Domscheit-Berg vom Januar diesen Jahres, nur sehr wenige Mitglieder des Bundestags die Zwei-Faktor-Authentifizierung für ihren Facebook-Account.

Doch auch generell sind viele Nutzer im Umgang mit ihren Passwörtern sehr nachlässig. So zeigte die Veröffentlichung des Hasso-Plattner-Institut zu den am häufigsten genutzten Passwörtern 2018, dass Zahlenreihen nach wie vor zu den beliebtesten Passwörtern zählen. Einen Online-Account mit einem Zugang à la „123456“ zu sichern, ist aber genau so effektiv wie dem Hacker gleich das Passwort in die Hand zu drücken.

Frau Barley und andere, vom Datenklau betroffene Politiker stellen daher nicht nur Forderungen an die Online-Anbieter, sondern verweisen auch darauf, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit den eigenen Daten ist. Werden verstärkte Sicherheitsmaßnahmen wie die 2FA angeboten, dann solltet Ihr sie auch nutzen. Das Mindestmaß an Sicherheit ist die Vergabe eines sicheren, komplexen Passwortes.


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