Mehrsprachige Websites erstellen – was ist dabei zu beachten?

Der Schritt in Richtung Internationalisierung der Website ist mit einer reinen Textübersetzung noch lange nicht getan. Es sind zahlreiche technische Aspekte sowie Aspekte der Suchmaschinenoptimierung zu bedenken. Außerdem ist nicht nur die Sprache bei der Erstellung mehrsprachiger Websites relevant, sondern auch das Land.

Was das im Detail bedeutet, haben wir für Sie im folgenden Beitrag zusammengefasst.

Alle Inhalte übersetzen

Die Übersetzung spielt bei mehrsprachigen Webseiten selbstverständlich eine zentrale Rolle. Dabei sollten Sie bedenken, neben den Seiteninhalten auch alle anderen für die Website relevanten Inhalten zu übersetzen, d.h.:

  • Meta Description
  • Seitennamen/Verzeichnisnamen
  • Alt-Texte
  • Ankertexte der Links

Auf hohe Übersetzungsqualität achten

Suchmaschinen orientieren sich bei der sprachlichen Einordnung der Seite an den Inhalten. Eine automatische bzw. schlechte Übersetzung kann schon relativ gut als solche von den Algorithmen identifiziert werden und wird als Spam eingestuft. Ganz davon abgesehen sind schlechte Übersetzungen mit einer hohen Absprungrate verknüpft.

Die Orientierung der Suchmaschinen an den Seiteninhalten ist übrigens auch ein Grund, warum Sie auf der Website stets nur eine Sprache verwenden sollten.

Reine Übersetzung reicht oft nicht: Keyword-Problem und Zielgruppenanpassung

Andere Länder, andere Sitten. Nur weil die Website 1:1 korrekt übersetzt ist, bedeutet das nicht, dass sie im gewünschten Land den gewünschten Erfolg erzielt. Das fängt schon bei den Keywords an, denn die können nur zum Teil genau übersetzt werden. Um diesem wichtigen Faktor der SEO-Optimierung gerecht zu werden, muss vor der Übersetzung eine Keyword-Recherche in der jeweiligen Sprache erfolgen, optimalerweise natürlich von einem Muttersprachler.

Außerdem sollten Sie sich ganz genau die Zielgruppe des anderen Landes anschauen. Die kann ebenfalls von den Eigenschaften der „heimischen“ Zielgruppe abweichen.

Eindeutige Länder- und Sprachenzuordnung

Um eine eindeutige Zuordnung der Inhalte zu ermöglichen, benötigen die Inhalte jeder Sprache eine eigene URL. Außerdem müssen die Seiten sprach- und länderspezifisch gekennzeichnet werden. Diese Kennzeichnung erfolgt über hreflang Tags im HTML-Code. Damit kann die Suchmaschine eindeutig erkennen, für welche Sprache/Region sie welche Seiten ausliefern soll.

Eingefügt wird der Tag entweder im HTTP-Header oder in der Sitemap.

URL-Strukturen

Es gibt drei Möglichkeiten, die mehrsprachigen Inhalte zu strukturieren: per Subdomain, per länderspezifischer Kennzeichnung oder in Form von Unterverzeichnissen. Jede Variante hat Vor- und Nachteile. Wofür Sie sich entscheiden, hängt in erster Linie von der Art und Umfang Ihres Projektes ab sowie von den Möglichkeiten, Zeit und Geld in die Internationalisierung zu stecken.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen kurz, worin sich die drei URL-Varianten unterscheiden.

Länderspezifisch – www.meinedomain.de

Dies gilt als die optimale, aber auch die aufwendigste Variante. Optimal, weil diese Wahl Vorteile im länderspezifischen Ranking bringt und weil es die Variante ist, denen Nutzer das meiste Vertrauen schenken. Dafür ist die länderspezifische Struktur jedoch auch die teuerste, vor allem, wenn die Server noch im jeweiligen Land stehen.

Subdomain – de.meinedomain.com

Hier ist die Verwaltung wesentlich einfach als bei der länderspezifischen URL. Eine Ausrichtung nach Sprache und geografischer Region ist jederzeit möglich. Für den Nutzer ist diese Struktur jedoch weniger „eingängig“ und führt öfter zu Schwierigkeiten bei der Zuordnung.

Unterverzeichnis/Ordner – meinedomain.com/de/

Wie die Subdomain bietet auch diese Struktur eine einfache Verwaltung und geringere Kosten. In puncto SEO bietet das Unterverzeichnis den Vorteil, dass sich alle Optimierungen der Hauptseite auch auf die Unterseiten, also die unterschiedlichen Sprachvarianten auswirken.

Sinnvoll ist das Unterverzeichnis jedoch nur, wenn es mit einer generischen TLD genutzt wird. Eine Kombination wie www.meinedomain.de/it wäre demnach ein Widerspruch, denn das Land ist ja mit der .de-Endung eindeutig gekennzeichnet.

Wie sieht es mit Duplicate Content aus?

Inhalte, die in mehreren Sprachversionen auf verschiedenen Seiten vorliegen, zählen nicht als Duplicate Content. Immerhin richten sich die Inhalte an unterschiedliche Nutzer in unterschiedlichen Ländern. Die Suchmaschine zeigt demnach auch nur die inhaltlich relevante (also sprachlich relevante) Seite passend zum jeweiligen Suchort an.


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